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Unser griechischer Halbgott geht in Pension: Von Köln über Dielsdorf nach Schafisheim (mit FOTOS)

25.12.2012 11:00:53

Schier unbändiger Vorwärtsdrang, ein starker Endspurt im Rennen sowie ein sensibler, aber äusserst liebenswerter Charakter zeichnen Aiakos aus - nun geht er gesund in die verdiente Pension zu Nicole Seiler nach Schafisheim.

Wer hat schon einen griechischen Halbgott im Stall? Eben. So waren wir rundum fasziniert von Aiakos, als wir (Natalie und Markus) ihn Ende Juli 2008 im Quartier von Peter Schiergen (dem Danedream-Trainer) in Köln besichtigt und geritten (Natalie...) hatten.

Aiakos hat eine interessante Abstammung, der Vater stammt aus amerikanischer Zucht, hatte in 4 Rennsaisons 9 Siege (darunter 4 Gruppe-Rennen) erzielt und fast 700'000 Franken verdient. Die Mutter stammt von Top-Vererber Surumu. Zudem hat Aiakos sehr gute Brüder - den dreifachen Gruppe-Sieger Aolus (GAG 97), Vollbruder Apeiron brachte es als fünffacher Sieger (ebenfalls auf Gruppe-Ebene) auf 93.5 Kilo.

Kein Wunder, erzielte Aiakos, der am 23.April 2005 im Gestüt Karlshof zur Welt gekommen war und nach einem griechischen Halbgott (Sohn des Zeus) benannt wurde, als Jährling einen hohen Preis an der BBAG-Auktion: 80'000 Euro kostete er!

 

Ende August 2007 gab Aiakos in Baden-Baden zweijährig sein Renndebüt, belegte gleich Rang drei. In Hoppegarten liess er Anfang Oktober einen überlegenen Sieg folgen. Danach standen hoch dotierte Auktionsrennen auf dem Programm, wobei er gute Leistungen zeigte (zwei vierte Plätze), die grossen Erwartungen jedoch nicht erfüllte.

Mit einer Marke von rund 80 Kilo und entsprechendem Leistungsvermögen war er für seine Besitzer nicht (mehr) interessant genug. So kam Aiakos "auf dem Markt" und landete letztlich bei uns in Dielsdorf.

 


Aiakos am 11.August 2009 kurz nach seiner Ankunft in Dielsdorf (Foto: Hitsch Mettler)

 

Die Eingewöhnung in neuer Umgebung (Auslaufboxe etc.) und die Umstellung auf den Hormonhaushalt eines Wallachs brauchte seine Zeit.

 

 

Die Wandlung: Von der Diagnose/Prognose "Als Rennpferd höchstwahrscheinlich ungeeignet" zu drei Allegra-Siegen

Es war relativ rasch ersichtlich, was Aiakos an besseren Leistungen gehindert hatte: Seine Lunge. Er hatte zu allem Übel eine derart hartnäckige Bronchitis entwickelt, dass die Tierärzte uns mit ihrer Diagnose, Aiakos sei als Rennpferd höchstwahrscheinlich ungeeignet, auf eine harte Probe stellten. Doch wir gaben natürlich nicht auf. Aiakos bekam ein Inhalations-Gerät und durfte ab Januar 2009 täglich damit "spielen".

 


Aiakos mit dem Inhalator - mit der Zeit fand er es sogar lustig...

 

Auch im Rennen war plötzlich etwas anderes verlangt: Nicht mehr vorne losbrettern (mit der Gefahr sich zu verpullen und am Ende nachzulassen), sondern hinten Kräfte sparen und erst am Ende angreifen. Es ging ein paar Rennen, bis Aiakos begriffen hatte, was Natalie von ihm wollte. Nach 8 Rennen (und 7 Plätzen) im 2009 war am 20.September in Avenches der grosse Tag: Aiakos und Natalie gewannen mit viel Speed ein Meilenrennen.

 

Der September sollte in der Schweiz stets sein Monat bleiben. Ein Jahr später, fast genau auf den Tag, am 19.9.2010, gewann Aiakos wiederum in Avenches (wo der den allergrössten Teil seiner Rennen lief) mit Sandra Bieri eine Prüfung des Junioren-Cup - notabene über 2400 Meter. Was aufzeigt, dass die Distanz für ihn eine untergeordnete Rolle spielte. Aiakos hatte die Gene eines Stehers, war wegen seines Vorwärtsdranges aber in kürzeren Rennen mit höherem Rhythmus oft besser aufgehoben.

 


Aiakos (mit Natalie) beim ersten von drei Allegra-Siegen im September 2009 (Foto: Ueli Wild)

 

So hofften wir auch in der Saison 2011, in der für Aiakos bis im Sommer wenig zusammenpasste, auf den Herbst - insbesondere natürlich auf den September. Und siehe da, Aiakos gewann am 10.September 2011 wiederum sein Rennen - nach tollem Kampf mit Kopf. Es war der dritte Allegra-Sieg, sein vierter insgesamt. Und es sollte sein letzter Volltreffer bleiben.

Im September 2012 ging Aiakos in Avenches leer aus. Nach einem Trainingszwischenfall im Sommer war er nicht mehr derselbe. Doch er raffte sich nochmal auf und belegte am 21.Oktober 2012 in Avenches einen letzten Ehrenplatz - deutlich hinter einem überlegenen Sieger (All in) aber ebenso deutlich vor elf anderen Gegnern.

 

Schwierige Ausschreibungen machten uns dann Probleme - Aiakos lief am 10.November 2012 noch ein letztes Rennen in Avenches. Mit dem Steepler-Gewicht von 64.5 Kilo hatte er auf tiefem Boden keine echte Chance, schlug sich aber tapfer und kam als 6. nicht weit geschlagen ins Ziel - hinter Pferden, die bis zu 12.5 Kilo weniger trugen. Den Sieg trug übrigens in totem Rennen Prince de Berberis davon, ebenfalls aus dem Quartier von Natalie. Eine Art "Stab-Übergabe" also...

 

 

Verdientes Rentner-Leben bei Nicole in Schafisheim

In den letzten Wochen hatte Aiakos uns vermittelt, dass er am Rennsport keine Freude mehr hat. Nach reiflicher Überlegung war der Entschluss klar, dass wir ihn aus dem Sport nehmen. Zum Glück war bereits sein längerem klar, dass Nicole Seiler, unsere gute Seele an den Renntagen (Rennvorbereitung, Führen vor und nach den Rennen), Aiakos am Ende seiner Rennkarriere einen Lebensplatz bieten würde. Besser geht es nicht, wir sind Nicole sehr dankbar - Aiakos hat sich das redlich verdient.

 

Am Sonntag, 23.Dezember 2012, fuhren Natalie und Markus mit Aiakos in seine neue Heimat. Zuvor war Abschied angesagt in Dielsdorf. Boxennachbar Royal nahm nicht gross Notiz. Die anderen zum Teil schon...

 


Aiakos und Boxennachbar Le Royal - die beiden waren nie die ganz dicken Freunde...

 


Auf der anderen Seite war Bambi Nachbarin von Aiakos - die beiden liessen sich nicht fotografieren beim Abschied. Im Hintergrund lugt auch noch Etoile aus ihrer Boxe...

 


Natalie freut sich für Aiakos, dass er bei Nicole nun ein neues Leben beginnen kann. 

 


So, zum letzten Mal die Boxen-Türe der Rennstall-Boxe öffnen...

 


Dann geht es los: Abschied von Remedial...

 


Besonders berührend war der Abschied von Rushi (der ja meist als Begleitpferd mit Aiakos an die Rennen mitgereist war)... 

 

Ankunft in Schafisheim...

 


Wo Nicole sich riesig auf Aiakos freut und alles für ihn parat gemacht hat.

 


Bekanntschaft mit dem neuen Kumpel Carmagnole (bald 27 Jahre jung)

 


Auch in Schafisheim steht ein Hengst nebenan auf dem Paddock - ein viel kleinerer als Royal...

 


Das Halfter (mit dem in zwischen etwas verblichenen Namensschild) bleibt bei Aiakos.

 

 

Dank, wem Dank gebührt

An dieser Stelle danken wir allen, die mitgeholfen haben, dass Aiakos trotz seiner Lungenprobleme viele starke Leistungen auf Schweizer Rennbahnen zeigen konnte. Dies ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit und spricht in erster Linie für Natalie, die Aiakos trainiert, gepflegt und in den Rennen meistens pilotiert (und im Zaum gehalten!) hat.

Ein ganz besonderer Dank aber auch gehört Sandra Foley, die Aiakos im Training nahezu jeden Tag geritten hat - mit ihrer unnachahmlichen Art, schaffte sie es wie keine Zweite, Aiakos ruhig zu galoppieren. Sandra ist grundsätzlich kamerascheu. Deshalb verzichten wir darauf, ein Foto von ihr zu publizieren und bringen zum Schluss nochmal eines von einem besonders glücklichen Moment mit Aiakos!

 

 

 


Diesen Moment werden wir in Erinnerung behalten: Die erste Siegerehrung mit Aiakos - mit Natalie im Sattel und seiner jetzigen Besitzerin Nicole Seiler als Führerin (Foto: Ueli Wild)

 

 

 

 

 

Nicole Seiler hat uns ein Foto vom ersten Weidegang von Aiakos geschickt (24.12.2012)


Zum ersten Mal auf der Weide in Schafisheim: Das gefällt Aiakos natürlich...!

 

...und am 25.Dezember war er bereits zusammen mit Carmagnole draussen! 


Aiakos und Carmi auf der Weide - als wären sie schon ewig beste Freunde... 

 

 

 

 




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