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Wie Jullyannis Schnee-König wurde - eine wahres Märchen mit jähem Ende (mit VIDEO)

28.03.2010 23:47:19

Dass unser Jully überhaupt in die Schweiz kam und dann auf Schnee zum absoluten Überflieger avancierte, war keineswegs selbstverständlich. Eine Hommage an einen aussergewöhnlichen Kämpfer, Charmeur und Lausbuben, der in seinem zu kurzen Leben seiner Entourage immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht zauberte.

Es ist schwierig, in Worte zu fassen, wieviel Jullyannis für uns vom Stall Allegra bedeutet. Die enorme Wertschätzung, die ihm von allen Seiten entgegengebracht wurde, zeigt sich in den vielen Kommentaren zum Artikel über sein tragisches Ableben eindrücklich (siehe hier)

 

Weil Jully es verdient hat und auch um seinen jähen Tod besser verarbeiten zu können, habe ich mich daran gemacht, die Geschichte vom unscheinbaren Amateur-Pferd aus Frankreich, das im Grunde niemand mehr wollte, zum erfolgreichsten Schnee-Traber der letzten Jahre aufzuarbeiten. Wer sentimentale Passagen nicht mag, soll besser nicht weiter lesen - oder nur die Bilder anschauen. Denn die Geschichte basiert zwar auf Fakten, Gefühlsregungen des Autors sind jedoch keineswegs zufällig und (zumindest von ihm selbst) absolut erwünscht.

 

In diesem Sinne danken wir allen, die uns in den schweren letzten Tagen unterstützt haben, ganz herzlich.


Markus Monstein

 

 

-> weiter unten finden Sie den Film über Jully, den Schneekönig

 

 

Vom Anruf aus Frankreich bis zur Testfahrt in Lyon

Alles begann am Telefon. Eigentlich schon lange vor 2006, als Jullyannis zu uns kam. Genauer im Januar 2001, als ich auf der Suche nach einem interessanten Traber die Nummer des damaligen Besitzers von Gone Debérieux wählte. Dieser freute sich, dass der Schweizer Käufer endlich anrief. Doch bald stellte sich heraus, dass ich nicht der war, den er zunächst am Draht zu haben glaubte. Gone war einem anderen versprochen und nicht uns. Ich war nach langen Recherchen in alten Paris Turf-Resultat-Seiten auf Gone gestossen und hatte auf "gut Glück" dort angerufen. Er wollte schon auflegen, doch ich bat ihn, wenigstens meine Nummer aufzuschreiben, für den Fall dass sich das mit dem anderen Käufer doch noch ändern sollte. Pech gehabt, dachte ich und suchte weiter. Ein paar Tage später rief dann aber der Gone-Besitzer wieder an und erklärte, wir könnten ihn nun doch haben. Die Freude war riesig, Hitsch und ich flogen (mit easyjet und Marcel Humbert als Experte - die Reise wäre eine eigene lange Geschichte wert) nach Paris und Gone kam schliesslich zu uns: Seine Schweizer Karriere mit 7 Siegen, der letzte mit 15 (!) Jahren in Arosa, ist hinlänglich bekannt.

 

Nun, hätten wir Gone damals nicht bekommen, wäre mit grösster Wahrscheinlichkeit auch Jully nicht bei uns gelandet. Denn der Ex-Besitzer von Gone, der uns in der Zwischenzeit auch Galion d'Argent empfohlen hatte (also auch hier wieder ein Glücksgriff), rief mich im Januar 2006 - oder war es noch im Dezember 2005? - an und erzählte von einem interessanten Pferd mit etwa ähnlich viel Gewinn wie Gone damals gehabt habe.
Das interessierte mich natürlich und ich besorgte mir die Formen von diesem Traber mit dem zwar kurzen, aber zunächst etwas komplizierten Namen. Viel gab es nicht zu studieren: Der kleine Wirbelwind namens Jullyannis hatte in der Saison 2005 gleich 6 Rennen gewonnen, Amateurrennen mit kleinen Dotationen - zum Glück, denn so hatte er weniger Gewinn als es seinem Können entsprach.

 

Am Stallfest im Januar 2006 im Bocciadromo in Uster beschlossen wir am Schluss, als die Polizeistunde schon bedrohlich nahe war, im kleinen Kreis, dass wir diesen Jullyannis unbedingt haben mussten... Der Trainer, bei dem Jully war, hatte Ende Januar 2006 einen Starter in Lyon. Er schlug vor, Jully mitzunehmen. Claudia und Heinz fuhren also nach Lyon, um Jully anzuschauen. Leider konnte ich aus geschäftlichen Gründen nicht mit. Am Mittag endlich erwischte ich Claudia am Telefon - zum Leidwesen meines Lunchpartners... Claudia schwärmte in höchsten Tönen von diesem sympathischen Fuchs, den sie auf der Bahn fahren durfte. Heinz war auch des Lobes voll. Und so stand dem Deal nichts mehr im Weg.

 

 

Claudia mit Jully in Lyon... ...Liebe auf den ersten Blick (auch mit geschlossenen Augen...)

 

Jully und Claudia (ungewohnter Dress...) beim Lyon-Test  - auch Heinz gefiel Jully (und umgekehrt)

 

 

 

 

Von der Ankunft in Uster bis zum ersten Rennen

Es dauerte dann aber nochmal einen ganzen Monat, bis wir Jully auch zu uns holen konnten. Am 27.Februar 2006 war es soweit. Claudia und ich fuhren nach Basel, wo wir Jully in Empfang nehmen sollten. Alles klappte, Jully war beim Umladen völlig unkompliziert und fühlte sich in seiner neuen Heimat in Uster sofort wohl.  Nach zwei Kennenlern-Wochen nahmen wir Jully am 11. März 2006 erstmals nach Basel für ein Bahntraining mit. Einige Mitbesitzer und Ueli als Fotograf waren dabei und Jully enttäuschte uns nicht. Es war einfach herrlich, unserem "kleinen Kugelblitz" (wie wir ihn liebevoll "getauft" hatten) zuzuschauen. Und wir träumten davon, wie es wohl sein würde, wenn Jully-Boy dereinst für uns ein Rennen gewinnen würde. Dass er später auch in Basel mit uns in den Winner Circle stolzieren würde, wusste damals natürlich niemand von uns.

 

Jully mit Heinz in Basel  Jully mit Galion d'Argent und Markus

 

Zwei Wochen später, am 26.März 2006, durfte Jully erstmals ein Training in Avenches absolvieren, was er mit grossem Elan tat. Was waren wir stolz auf unseren Wirbelwind.

 

 
Jully mit Claudia bei seinem ersten Avenches-Training  

 

Schliesslich war am 17.April 2006 der grosse Tag in Fehraltorf. Jully bestritt sein erstes Rennen in Allegra-Farben. Auf knietiefem Geläuf (was er nicht mochte) und auf einer Bahn mit engen Linkskurven (die Jully ebenfalls nicht behagten). Sein Ex-Trainer meinte, wir bräuchten gar nicht erst anzutreten unter solchen Voraussetzungen, so würde Jully keinen Pfifferling gewinnen. Nun, er schlug sich sehr tapfer und war um Rang drei nur knapp geschlagen.

 

Jully in seinem ersten Allegra-Rennen: Mit der 4 auf Rang 4...

 

 

Vom ersten Sieg bis zur Meisterschaft der Traber

Drei Wochen nach seinem Allegra-Debüt trat Jully am 7.Mai 2006 in Dielsdorf an - zu unserer riesigen Freude holte er sich mit starkem Endspurt tatsächlich gleich den Sieg. Ein Wahnsinns-Erlebnis für uns alle. Dieser tapfere, kleine Kämpfer hatte ohne Anlaufzeit gleich voll eingeschlagen. Einfach überwältigend (siehe auch im Film, weiter unten).

 


Jully gewinnt mit gespitzten Ohren, Claudia strahlt wie ein Maikäfer (Kein Wunder im Mai...)

 

Wiederum nur 5 Wochen später doppelten die beiden in Frauenfeld sogar nach. Am Derby-Tag (18.6.2006, als Majofils gewann) war für uns deshalb das Trabrennen mit unserem neuen Star das wichtigste Ereignis. Die Art und Weise, wie Jully am Ende wieder sprintete, begeisterte. Nicht nur uns. Journi-Kollege Grégoire Gonin sprach damals schon von der Meisterschaft der Traber, wo Jully seiner Meinung nach in dieser Form brandgefährlich sein würde.

 


Grosser Bahnhof für Jully und Claudia in Frauenfeld am Derby-Tag 2006


Nun, im Juni war die Meisterschaft noch weit weg. Und trotzdem mussten wir planen - denn Claudia war mit Robin schwanger, hatte die beiden Siege in Dielsdorf und Frauenfeld also nicht alleine erzielt... Und im September, soviel war klar, würde sie auf keinen Fall mehr Rennen fahren können. Wir freuten uns sehr über die Zusage von Erhard Schneider (selig), unseren Jully zu fahren. Als Vorbereitung, damit die beiden sich mal kennenlernen konnten, diente uns ein Rennen in Basel am 27.August 2006. So kam es, dass der grosse Zweibeiner-Schneekönig Erhard Schneider und der spätere Vierbeiner-Schneekönig Jullyannis auf dem Schänzli zusammen am Start waren - und standesgemäss gewannen. "Härdu" befolgte die Orders, Jully einfach nie ganz loszulassen perfekt und liess die Gegner im Einlauf zwar heran- aber nicht vorbeikommen.

 


Schnee-Könige: Jully mit Erhard Schneider (selig) auf dem Weg zum Schänzli-Sieg

 

Zwei Wochen später, am 10.9.2006, traten die beiden in Aarau dann wie geplant in der Meisterschaft der Traber an. Jully tat sein Möglichstes, gab sein Bestes und holte schliesslich den guten 4. Platz - noch vor dem Trab-Millionär Iboraqui, einem der grossen Stars jener Saison.

 

 

Saison 2007: Erstes Schnee-Meeting und zwei Grassiege

Nach der starken Saison 2006 legte Jully im 2007 sogar noch einen drauf. Am 4.Februar 2007 versuchten wir es mit ihm erstmals auf Schnee. Zum Glück, zum grossen Glück... Jully zeigte auf Anhieb, dass dies sein "Wohnzimmer" ist in St.Moritz. Mit viel Speed liess er seine Gegner allesamt hinter sich - zur tollen Siegquote von 11:1. Eine Woche später griff Claudia früher an und gewann im genau gleichen Stil, in welchem die beiden im 2009 ihre Fans entzücken und die Gegner zu Statisten degradieren sollten. Mitte Gegenseite liess Claudia Jully antreten, er reagierte sofort und hatte im letzten Bogen schon so viel Vorsprung, dass keine Frage mehr nach dem Sieger aufkam. 8 Längen Vorsprung hatten die beiden im Ziel.
Am dritten Sonntag galoppierte Jully (wohl aus Übereifer, sein vielleicht einziger Schwachpunkt) im PMU-Rennen am Start, wurde disqualifiziert - wollte aber nicht klein bei geben. Er marschierte in atemberaubendem Tempo am Feld vorbei und gab Claudia erst die Chance, ihn anzuhalten, als er alle überholt hatte. Als wolle er zeigen "hey, auf Schnee bin ich im Fall der Beste...". Nun, wir ahnten das inzwischen. smile.

 


Jullys erster von insgesamt 6 St.Moritz-Siegen - Wahnsinn...!

 

 

Dafür schlug Jully am 9. April 2007 in Fehraltorf wieder zu. Im Damenrennen schien Napster einem sicheren Sieg entgegenzutraben, als Claudia mit Jully immer besser ins Rennen fand. In einem Hitchcock-Finale zog Jully mit Napster gleich - oder doch nicht? Knapp war es, doch es reichte.

 


Jully und Claudia schnappen Napster auf der Ziellinie den Sieg weg!

 


Siegerehrung in Fehraltorf: Jully scheint's zu geniessen...

 

Nach mehreren guten Plazierungen liess Jully im Herbst einen weiteren Volltreffer folgen. Dank seinem wiederum hervorragenden Endspurt (siehe Film...) konnte er den starken Inländer Mythos auf den Ehrenplatz verweisen.

 


Unsere "Legende" bezwingt Mythos: Jully gewinnt in Dielsdorf

 

 

Die doppelte Schnee-Krönung

In den Saison 2008 und 2009 knüpfte Jully auf Schnee dort an, wo er 2007 begonnen respektive aufgehört hatte. Am 3.2.2008 beliess es Claudia dabei, im Rücken der Leader zu warten und im Einlauf dann alles klarzumachen. Im Unterschied zum Vorjahr verzichteten wir mit Jully auf einen Start am mittleren Sonntag und konzentrierten uns ganz auf das PMU-Rennen (33'333 Franken!) vom 17.2.2008. Doch das Rennen war eigentlich schon vorbei, bevor es richtig begonnen hatte. Wie 12 Monate zuvor startete Jully im Galopp, verlor enorm viel Boden. Doch - und das war der grosse Unterschied - er wurde nicht disqualifiziert. Mit grossem Abstand zum Feld trabte er Richtung ersten Bogen. Es war schon unglaublich, dass Jully nur schon den Anschluss zum Feld überhaupt wieder schaffte. Wir trauten unseren Augen nicht, als wir sahen, dass Jully - am Ende des Feldes angekommen - sogar noch pullte.
Es folgte die wohl frechste Passage in Claudias bisheriger Fahrerinnen-Karriere. Im letzten Bogen liessen die Gegner auf der Suche nach dem vermeintlich "besseren Schnee" innen ein, zwei Spuren frei. Claudia liess sich nicht zweimal bitten, beorderte Jully innen durch und zündete seinen Turbo. Ohne Peitsche notabene, die hatte sie bei Jully oft gar nicht mitgenommen... Jully schaffte das schier Unmögliche, er gewann schliesslich noch sicher gegen seinen ewigen Schnee-Rivalen Kiss de Sucé.

 

Nun war Jully offiziell Schnee-König. Was er schon im Vorjahr angedeutet hatte, war also Tatsache. Jedermann (und jede Frau) auf dem See hatte gesehen, wie viel Boden Jully beim Start verloren hatte. Die Leistung war einfach grandios. Und für uns war es eine besondere Freude, weil unser erster grosse Sieg durch Daktari (dem es übrigens nach wie vor sehr gut geht bei Ulli und Stefan) ja auch in St.Moritz zustande gekommen war.

 


Da glaubte auch Claudia nicht mehr an den Sieg: Jully eine Runde vor Schluss hinter dem Feld...

 

Ein Jahr später duldete Jully in St.Moritz wieder keinen Gegner vor sich. Der Sieg am 8.2.2009 war umso erstaunlicher, als die Distanz aus Sicherheitsgründen hatte auf 800 Meter verkürzt werden müssen. Jully war nun wirklich kein Sprinter - und da er ja sonst schon immer mal einen Fehler machen konnte am Start, dachten wir sogar darüber nach, ihn nicht laufen zu lassen. Jully wischte alle Bedenken weg und gewann souverän vor JYRI - ein Allegra-Doppelsieg also. Und weil am selben Tag auch Loxley und Rushi gewannen, schwebten wir im Siebten Himmel, mindestens.

 

Nun einfach am dritten Sonntag einen sauberen Start hinlegen, so hofften wir am 22.Februar 2009. Und tatsächlich, Jully wollte es wohl nicht mehr so spannend machen wie ein Jahr zuvor. Aus dem Mittelfeld liess Claudia unseren Turbo-Flitzer in der Gegenseite "etwas schneller" gehen. Es folgte eine der eindrücklichsten Passagen, die ich persönlich auf diesem Niveau auf Schnee bisher gesehen habe (Film lohnt sich...). Jully stiefelte seinen Gegnern einfach auf und davon, als wäre es das leichteste auf der Welt. Wie von einem anderen Stern. Mit Weile-Vorsprung kam Jully ins Ziel - Heiner Bracher, Fahrer und Trainer des zweitplazierten Kilou du Val meinte danach, ein Ehrenplatz zu Jully sei wie ein Sieg. Danke, Henri! Wir staunten, waren einfach nur glücklich - und trotzdem traurig zugleich. Denn es war gleichzeitig das letzte Rennen von JYRI und Gone, die in den verdienten Ruhestand gingen. Jully nahm sie selbstverständlich mit an die Siegerehrung. Drei Pferde auf einmal im Winner Circle, was für ein Bild!

 

Wir hätten nicht gedacht, dass dieser fantastische Sieg am 22.2.2009 der letzte, der insgesamt 23. von Jully (11 davon für uns!) sein würde. Doch im 2010 blieb ihm ein weiterer Treffer versagt. Zunächst in Arosa, dann zweimal in St.Moritz. Wobei er durch einen eingeklemmten Ischias-Nerv arg handicapiert am dritten Sonntag auf dem Weg zu einem überlegenen Sieg aus dem nichts galoppierte.

 

Pech, dachten wir und blickten zuversichtlich schon auf die Schneerennen 2011. Die nun leider - für uns noch lange nicht vorstellbar - ohne Jully stattfinden werden.

 


A dieu, Jully!

 

 

Persönlicher Abschied

 

Lieber Jully,

 

Wir sind unendlich stolz, dass wir Dich vier Jahre auf Deinem Lebensweg begleiten durften. Du hast uns nicht nur in den Rennen sondern vor allem auch jeden einzelnen Tag so viel Freude gemacht. Das zeigen auch all die lieben Kommentare von vielen Leuten, die Dich aus dem Alltag gekannt haben. Du warst immer aufgestellt, hast nie zu ewas "nein" gesagt.

Dein Schabernack ist legendär, Deine Entfesselungskünste ebenso. Zusammen mit Deinem "Seelenverwandten" Fäku (Fakir Normand) konntest Du auch durch Zäune "gehen". Claudia staunte nicht schlecht, als ihr zwei eines schönen Morgens in Uster mal eben kurz die Boxen getauscht hattet... Doch wenn es darauf ankam, war Verlass auf Dich. In jeder Situation.

 

Jully, Du warst zu allen freundlich... ...und warst die Zuverlässigkeit in Person!

 

Hinter Dir auf dem Sulky zu sitzen und durch den Wald zu "brettern", war ein Traum. Ein letztes Mal durfte ich dies im Januar erleben, als Claudia ohne Vorankündigung mit uns gleich das Abschlusstraining für Arosa absolvieren wollte. Nun gut, wir meisterten die Sache mit Bravour (danke Dir!). Faszinierend, Deine so unbändige Kraft zu spüren, Deinen Atem zu hören und jede Sekunde die Gewissheit, dass Du im Handumdrehen am vor uns trabenden ONE vorbeizischen würdest (aber es zum Glück nicht tatest... smile) und doch gleichzeitig alles unter Kontrolle zu haben.

 

Jully, Dich musste man einfach gern haben. Auch viele "Nicht-Traber" sagten oder schrieben uns genau das in den letzten Tagen. Du warst nicht nur ein Schnee-König sondern auch ein König der Herzen, nicht nur unserer Herzen. Und dort drin wirst Du für immer bleiben. Mit Deinem Kampfgeist, Deiner Lebens- und Rennfreude, die Ihresgleichen sucht.

 

Es tat so unendlich weh, jener Freitag. Dieser Schock, und die Ohnmacht nichts mehr für Dich tun zu können. Ausser eben Dich gehen zu lassen. Wir hätten alles, wirklich alles für Dich getan. Aber das weisst Du ja!

 

Du hättest nach der Karriere einen geruhsamen Lebensabend verdient gehabt (bei Claudias Tante in Frankreich wäre es so schön gewesen...!). Auch einen gebührenden Abschied von der Rennbahn hätten wir Dir so sehr gegönnt. Wie damals JYRI und Gone bei Deinem letzten Sieg in St.Moritz, als ich bei der Ehrung das Mikrofon geschnappt hatte und mit zittriger Stimme, das Publikum um einen Applaus für die beiden gebeten hatte. Einen solchen Abschiedsapplaus hättest auch Du verdient gehabt. Es hat nicht sollen sein.

 

Du warst einzigartig - auch in Deiner Familie. Nach meinen Recherchen hat Deine Mutter "Folle de toi" ("verrückt nach Dir" - nomen est omen!) nach Dir zwar noch 5 weitere Fohlen gebracht, doch nur eines Deiner Geschwister schaffte die Qualifikation - lief dann aber keine Rennen. So halten wir es mit Deinem Vater: Tsar Unique!

 

Mach's gut, lieber Jully-Boy. Schau doch ab und zu von oben zu uns herab. Du machst das, davon sind wir überzeugt: Warum sonst haben sich in der letzten Woche so viele Pferde im Ankenland quasi von selbst "losgebunden" wie nie zuvor? Und warum bockt Dein Nachbar Michigan seit Deinem Weggang auf der Weide herum, was er vorher nie tat?

 

Jully, Du fehlst uns. Aber je länger je mehr sind wir wie eingangs erwähnt stolz, dass Du bei uns warst (respektive bist). 

 

In Dankbarkeit,
Markus

 

 

 

Hier der Film über den Schneekönig Jullyannis

Bitte auf die weisse Fläche klicken und danach unten links auf das "Play-Dreieck"!

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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