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Der grosse Schock: Jullyannis positiv getestet

28.11.2006 15:46:29

Nach dem Maienfelder Rennen soll Jully ein Schmerzmittel im Blut gehabt haben.


„Maienfeld, 22.Oktober 2006, Rennen 9, Final Maienfelder Sprint. In der A-Probe des Pferdes Jullyannis wurde eine Substanz festgestellt, die normalerweise im Blut nicht vorkommt. Es wurde eine Untersuchung eingeleitet“ – diese Meldung wird am 6. Dezember so oder ähnlich im Schweizer Renn- und Zuchtkalender stehen.

Unfassbar für uns. Der Bericht von der positiven (aber für uns so niederschmetternden) Analyse aus dem Labor im französischen Verrières le Buisson hatten wir am letzten Donnerstag (23.11.06) zugestellt erhalten. Der verbotene Wirkstoff, der gefunden wurde, heisst Phenylbutazon (enthalten im Schmerzmittel Equipalazon) – zudem wurde auch Oxyphenbutazon, ein Abbauprodukt von Phenylbutazon nachgewiesen (interessant: diese beiden Substanzen waren unser anderem im Februar auch in der Probe von King George gefunden worden).

Die Verantwortung für eine „positive“ Probe liegt vollumfänglich beim Trainer (gemäss Reglement). Da spielt es absolut keine Rolle, wie das Ganze zustande gekommen ist. Aber genau das, eigentlich NUR das, ist für uns von grösstem Interesse.

Jullyannis hat nie Medikamente verabreicht bekommen.

Ja, Jully war am zweiten Maienfelder nach seinem zweiten Platz zu Jottarus getestet worden. Doch wir wären nie und nimmer auf die Idee gekommen, dass die Probe positiv sein könnte. Denn Jullyannis war seit seiner Ankunft im März 2006 bei uns in Uster stets kerngesund. Er hat in dieser Zeit drei Tierärzte „gesehen“: Einmal zur Identifikation, zweimal unseren Osteopathen (der nur seine Wirbel gerade „gebogen“ hatte) und dann einmal noch für einen kleinen Zahn-Notfall (abgebrochenes Wolfszahn-Fragment entfernen). Nie hatte er auch nur das kleinste andere Problem.

Jullyannis bekam nie irgendwelche Schmerzmittel“, ist Trainerin Claudia Koller-Wehrly felsenfest überzeugt, „ich bin mit den Tierärzten x-fach alles durchgegangen. Vom Kühlgel über das Massageöl bis zu den Vitaminzusätzen und wieder zurück. Das besagte Medikament oder ein anderes mit solchen Wirkstoffen habe ich gar nicht im Stall.“ Claudia wäre glücklich, wenn sie sich das Ganze mit einem Fehler ihrerseits erklären könnte. "Das wäre viel leichter erträglich, als diese Ungewissheit." 


Ist es Jullys Blut? Falls ja, wie kommt das Zeugs dort hinein?

Fragen über Fragen beschäftigen uns, lassen uns nicht mehr los. Ist es überhaupt Jullys Blut, das da untersucht wurde? Immerhin ist ja eine Verwechslung (durch einen dummen Zufall oder was auch immer) nicht von vornherein auszuschliessen. Am selben Tag gab es noch weitere drei Dopingproben, unseres Wissens mindestens eine ebenfalls mit Blut anstatt Urin.

Falls es tatsächlich Jullys Blut sein sollte (wofür wir nur zu gerne einen Beweis hätten), dann möchten wir um alles in der Welt wissen, wie das Zeug da hineingekommen ist. Es macht einfach keinen Sinn, dass ausgerechnet Jully, der nie etwas hatte, nun Rückstände eines Schmerzmittels im Blut hatte.

Haben wir Feinde? Neider wohl ja, aber Feinde? Es wäre ein leichtes, einem Pferd auf der Rennbahn ein präpariertes Häppchen zu geben. Müssen wir jetzt strikte Stallwachen organisieren an den Renntagen? Und in St.Moritz jeweils jemanden fürs Übernachten in der Boxe abkommandieren?
Schlimm, dass einem solche Gedanken durch den Kopf gehen. Aber nicht zu vermeiden. Denn wir sind absolut überzeugt, dass Jully dieses Medikament nicht von uns bekommen haben kann.
Vielleicht hat er sich das Ganze in der Boxe auf der Rennbahn geholt. Auch nicht auszuschliessen.

8 Stunden Wirkung, 8 Tage nachweisbar

Diverse Internet-Recherchen und Gespräche mit x Tierärzten haben uns nicht wirklich weitergebracht. Wir wissen, dass der betreffende Wirkstoff im Pferdekörper rund 8 Stunden einen nachweisbaren „Haupteffekt“ hat. Aber er ist rund 8 Tage nachweisbar. Es könnte also sein, dass Jully schon am ersten Renntag (wo er nach einem Fehler auf Rang 5 lief) mit der fraglichen Substanz in Berührung kam.

13 Mal getestet – immer negativ

Nie zuvor hatten wir das geringste Problem mit einer Probe. "Meine Pferde wurden in den letzten 5 Jahren 13 Mal gestestet, immer negativ", erklärt Claudia Koller-Wehrly. Wir wurden also oft (für einen so kleinen Stall wohl sogar überproportional oft) und mit den verschiedensten Pferden kontrolliert (einmal sogar mit einem disqualifizierten – Fakir Normand in St.Moritz).

Hinweise? Etwas gesehen? Eine Idee? Wir sind für alles dankbar!

Die Chancen, dass wir je erfahren werden, was genau wie passiert ist, sind klein. Dessen sind wir uns bewusst. Aber wenn tatsächlich, wie in einem Krimi, etwas Unlauteres im Spiel war, dann gibt es vielleicht jemanden, der etwas gesehen oder gehört hat. Wir sind für jeden Hinweis sehr dankbar.
Denn das nervaufreibendste an der ganzen Angelegenheit ist die Ohnmacht, die komplette Hilflosigkeit.

Also: Alles, auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht unbedeutend aussehen mag, ist für uns wichtig…!

 

 


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